Watt is da los?

An einen neuen Ort ziehen – was bedeutet das für dich? Für mich heißt es eine neue Wohnung, neue Menschen, eine neue Stadt, 8 Umzugskartons und ganz viel Aufregung. Dieses Mal hat es mich für die Fortsetzung meines Studiums an die Nordsee verschlagen. Das heißt also „Schietwetter“ und ein Strand ohne Meer. In diesem Artikel erfährst du, was mir in meinen ersten vier Monaten hier so passiert ist und warum sich ein Besuch in meiner kleinen Küstenstadt absolut lohnt!

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST

Die Möwen spazieren munter über die unendlichen Sandbänke und die Menschen laufen am Südstrand der kleinen Küstenstadt entlang und erfreuen sich am schönen Wetter. Die Sonne scheint, doch der Wind jagt Wolken über den Himmel. Ich stehe am Wasser, oder viel mehr am nassen Sand, denn zu dieser Uhrzeit ist hier kein Wasser. Das hätte ich natürlich vorher online nachschauen können, aber da muss man erst mal draufkommen. Ich bin bisher nur die Elbe gewohnt, die zu jeder Uhrzeit mit Wasser gefüllt ist, doch das ist hier anders. Hier ist Ebbe soweit das Auge reicht. Das Watt ist ein Naturerbe und vielen Menschen ein Begriff. Auch ich habe schon einmal davon gehört, aber in Dresden, wo ich herkomme, gibt es kein Watt, sondern nur dürrebedingte Ebbe. Doch was ist jetzt überhaupt so spannend am Watt? Ich selbst habe noch keine Wattwanderung gemacht, aber es steht noch auf meiner Liste. Trotzdem lassen sich auch ein paar spannende Entdeckungen von der Küste aus machen. Wenn du dich an den Strand stellst und vorsichtig lauschst, kannst du das blubbern der Sandwürmer hören. Es klingt so, als säße man in einer Badewanne und ständig würden die Badeschaum Blasen drum herum leise zerplatzen. Oder eine Art Rascheln, wenn in einiger Entfernung eine Person durch das frisch gefallene, bunte Herbstlaub läuft.

Weiter in der Ferne sind dünne Nebelbänke zu erkennen und schmale Wasserstraßen, die sogenannten Priele, ziehen sich durch das Watt. Ein Priel wird beispielsweise von Fischern und Fähren genutzt um das Watt auch bei Ebbe zu durchqueren. Abgesteckt wurden sie durch lange Stöcke, sodass auch bei starkem Nebel der Weg gefunden werden kann. Aber von welcher Stadt spreche ich denn hier nun die ganze Zeit? Ich gebe euch noch ein paar Tipps. In meiner neuen Stadt gibt es das Deutsche Marinemuseum und das Küstenmuseum. Na? Schon eine Idee? Nein? Dann hier noch ein Tipp. Meine neue Stadt liegt am Jadebusen und besitzt den Tiefwasserhafen Jade Weser Port. Also wo wohne ich?

Richtig! Wilhelmshaven ist mein neuer Wohnort.

Ich bin zum Ende des Sommers hergezogen. Das Wetter war sehr untypisch für den Norden. Ich hatte mindestens zwei Wochen Sonnenschein mit warmen Nächten und ich konnte sogar noch einmal im Meer baden, bevor der Herbst anbrach und die Tage kühler wurden. Bevor der Regen kam und der Nordwind den Nebel in die Bucht drückte.

Kaiser Wilhelm Brücke bei Nebel

Letzte Woche war der Nebel so dicht, dass die Schiffe im Hafenbecken wie Geister aussahen. Ich bin zur Kaiser Wilhelm Brücke geradelt und habe die Schiffe beobachtet. Wie Schatten tauchen sie aus dem dichten Nebel und verschwinden dann wieder darin.
Warum lohnt sich also ein Besuch in meiner Küstenstadt?

1. Marinemuseum
Spannende Teile der Geschichte festgehalten in den Exponaten des Museums. Nicht nur die Ausstellung, auch die begehbare Kriegsschiff, eins des Typs Zerstörer, die vor dem Museum ankert, laden zu einem abwechslungsreichen Nachmittag ein.

2.Wattenmeer

Watt mit Muscheln

Du möchtest auch einmal die Möwen über den Sand spazieren sehen und Muscheln sammeln? Dann bist du hier genau richtig. ABER Gummistiefel nicht vergessen und nicht weiter raus laufen!

3. Kaiser Wilhelm Brücke

Kaiser Wilhelm Brücke

Nach ihrer Renovierung ist die denkmalgeschützte Brücke seit 2012 wieder befahrbar und verbindet den Südstrand und die Südstadt.

4. Banter See

Banter See bei Sonnenuntergang

Ein wenig im Sand liegen und entspannen ist am Banter See einfacher als am Südstrand. Bonus: Mit dem Rad durch die Kleingartenanlage radeln und über die vielen kleinen Hütten und deren Dekoration staunen!

5. 150 Jahre Wilhelmshaven
Die Küstenstadt hat Geburtstag und das dürft ihr euch nicht entgehen lassen! Tragt euch den 14. – 16. Juni 2019 schon einmal dick in den Kalender ein.

6. Bontekai

Sicht vom Bontekai

Ideal um die Schiffe im Hafen anzuschauen und zum Sonnenuntergang ein Glas Wein zu genießen

7. Der Südstrand

Südstrand bei Ebbe

Immer für einen Spaziergang gut und um sie Seele baumeln zu lassen und dem Nordwind zu lauschen.

8. Die Windwächter
Die Windwächter drehen sich mit dem Wind und zeigen so auf das Meer, oder in die Stadt. Wer ihnen einen Besuch abstatten möchte, kann dies bei einem Spaziergang am Südstrand machen.

9. Leuchtfeuer – Alte Mole
Dieses Ziel habe ich bisher nur mit dem Rad erreicht, aber noch nicht fotografiert. Daher könnt ihr euch noch auf ein Bild auf Instagram freuen.

10. Die Robbe des Südstrands
Ich habe hier leider, trotz meiner vielen Radtouren, noch keine Robbe gesehen. Aber ich weiß, dass es eine gibt, die ab und zu an den Südstrand kommt. Drückt mir die Daumen, vielleicht sehe ich sie ja irgendwann noch 🙂

Ihr seht also, für einen Wochenendtrip ist Wilhelmshaven ideal. Auch die weiteren Besichtigungsmöglichkeiten, welche die Region bereithält solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Schaut euch gerne weiter auf meinem Blog um. Ich nehme euch zum Beispiel mit auf die Insel Spiekeroog. Wer keine Lust auf die Nordsee hat, kann mich auch nach Österreich begleiten, oder in die sächsische Hauptstadt Dresden.




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