Dat Eiland Spiekeroog

An diesem Wochenende hat es mich auf die ostfriesische Insel Spiekeroog verschlagen, oder wie man auf Plattdeutsch sagen würde „Dat Eiland“.  Wer sich für die Fährzeiten und Preise zur Insel interessiert, kann hier vorbeischauen. 

Fähranleger Neuharlingersiel
Neuharlingersiel | Gebäude am Hafen
Häuser am Hafen

Neuharlingersiel war der Startpunkt der Reise. Diese kleine Gemeinde hat einen urig wirkenden Hafen mit kleinen Häusern und Fischkuttern, die langsam im Hafenbecken treiben. Um 09:30 Uhr wurden wir auf die Fähre gelassen und 09:45 Uhr ging es dann los. Ich hatte das Ticket bereits online gekauft, damit ich sicher einen Platz habe und nicht umsonst nach Neuharlingersiel gefahren wäre, wobei ich mir das kleine Fischerdorf und den Hafen auch noch länger hätte anschauen können. 

Neuharlingersiel | Boote im Hafen
Fähre nach Spiekeroog
Fähre nach Spiekeroog

Nach 45 Minuten Fahrt bei schönstem Sonnenschein und kaltem Wind um die Nase kamen wir auf Spiekeroog an. Schon von weitem konnte man viele weiße Tupfen auf den grünen Dünen erkennen. Eine kleine Herde Schafe stand wie ein Begrüßungskomitee standen sie, unbeeindruckt vom röhrenden Lärm des Fährenmotors, am Zaun und beobachteten die aussteigenden Touristen. Bis auf ein paar kleine Transportfahrzeuge ist die Insel Spiekeroog Autofrei und hat auch keinen Flughafen. 

Wasserstraße im Watt
Inselgemeinde Spiekeroog

Einige der Mitreisenden wurden mit Handwagen vor ihre Koffer von Gastwirten oder dem Personal der Pension, in der sie gebucht hatten, von der Fähre abgeholt. Wie ein kleiner Fluss bahnten sich die Menschen ihren Weg in das Dorf.

Impressionen Spiekeroog

Es sah aus wie im Märchen. Große Bäume neben kleinen, nordischen Häusern. Die Sonne, die zwischen dem dichten Blattwerk hindurch glitzerte und als Kontrast zu den Holzverkleidungen und Steinfassaden der Häuser, strahlte der blaue Himmel mit seinen dünnen weißen Schleierwolken. 

Auf unserem Weg Richtung Dünen und Meer entdeckten wir ein Haus an dessen Fassade eine Leine mit Babykleidung gespannt war und auf dessen Dach ein Kinderwagen lag. Hier kann man wohl zur Hochzeit gratulieren. Der Kinderwagen auf dem Dach soll dafür sorgen, dass der Klapperstorch das junge Glück auch findet.

Babysachen auf einer Leine

Auf dem Weg zum Strand fällt vor allem die farbenfrohe Vegetation der Dünen auf. Lässt man das Auge in die Ferne schweifen fühlt es sich an, als stünde man auf einem anderen Planeten.  

Vegetation der Dünen

Nach kurzer Zeit erreichen wir einen Weg, der mit Holzbohlen befestigt wurde und zwischen den Dünen entlangführt. 

Holzbohlen Richtung Meer

Wir folgen ihm und können schon nach kurzer Zeit den Strand und das Meer sehen. Zu unserem Glück ist Ebbe. Das Weltnaturerbe Wattenmeer liegt vor uns, in der Ferne von leichtem Nebel eingehüllt. Menschen laufen über die endlos wirkende Sandlandschaft und auch uns hält nun nichts mehr.

Strandblick

Voller Vorfreude ziehen wir uns die Schuhe aus und laufen los. Die Zehen an den Füßen drücken sich tief in den weichen Untergrund. Überall sind bunte Muscheln zu entdecken. 

Bunte Muscheln im Sand

Wir laufen weiter, bis wir endlich das Meer erreicht haben. Das eiskalte Wasser umspült unsere Füße und wir sinken leicht in den Sand ein. Lange hält man diese Temperaturen leider nicht aus, aber das reicht uns völlig. Möwen werden vom Geräusch der Flugzeugmotoren aufgeschreckt. Hoch über uns zieht eine kleine Passagiermaschiene ihre Kreise.  
Die Luft schmeckt salzig auf deinen Lippen und der Wind zerzaust uns die Haare. Auch unsere Füße werden langsam kalt, sodass wird beschließen zurück zum Strand zu laufen. 
Wir laufen am Strand entlang bis wie wieder einen der Wege mit den Holzbohlen entdecken. Sorgfältig putzen wir uns den Sand von den Füßen und ziehen die Schuhe wieder an.

Lisa am Meer
Hoch auf den Dünen

Wir setzen unseren Weg fort. Hier geht es steil hoch. Oben angekommen werden wir sofort belohnt.

Vegetation der Dünen
Hügelige Landschaft

Die Landschaft, welche uns geboten wird, sieht aus wie aus einem Film, oder einem Märchenbuch. Auf einer nahegelegenen Bank machen wir kurz Pause und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Dann geht es weiter über die Insel wieder zurück Richtung des Dorfes.

Nordische Häuser am Wegesrand

Von weitem fällt uns ein für die Insel untypisches Gebäude auf. Es ist schwarz und besteht, so scheint es, lediglich aus einem hohen und spitzen Dach. Unsere Neugier ist geweckt und so beschließen wir, einen Abstecher zu machen. Von außen lässt nichts darauf schließen, was sich im Inneren befinden könnte. Vielleicht eine Kirche? Oder ein Jugendzentrum?  
Nachdem wir die Flyer in den Glaskästen der Fassade gelesen haben wird klar, dass wir mit der ersten Vermutung richtig lagen. Es handelt sich um die katholische Kirche St. Peter.

Kirche St. Peter

Die hohen Fenster lassen viel Sonne rein. Wir laufen leise umher und betrachten die langen Schatten der Stühle im Inneren. Plötzlich zerreißt ein lautes Magengrummeln die Stille. Der Fall ist klar. Wir haben Hunger.  
Langsam gehen wir wieder hinaus und setzen unseren Weg durch den Kulturpark, in dem Hühner umherlaufen, fort. Auf der anderen Seite der Grünanlagen liegt der Dorfkern, welchen wir zu Beginn unseres Ausflugs schon einmal kurz durchquert hatten.

Nordisches Haus

Natürlich waren wir jetzt nicht die Einzigen, die Hunger hatten, also liefen wir ein wenig Ziellos umher auf der Suche nach einem freien Tisch. Im Café “Teetid” wurden wir dann fündig und kehrten ein.

Café „Teetid“

Der gemütliche Innenraum mit seinen weichen Sofas und der schönen Tischdekoration lud richtig zu einer Tasse Kaffee und Kuchen ein. Auch heißer Sanddorn ist sehr zu empfehlen. Er wärmt die durchgefrorenen Zehen und schmeckt gut.

Ein Glas heißer Sanddorn

Nachdem wir unser Kaffeepäuschen beendet hatten und wieder aufgewärmt waren, wurde es Zeit für ein Fischbrötchen. Also verabschiedeten wir uns und schlenderten weiter durch das malerische Dorf. Auf unserem Weg kamen wir an der alten Inselkirche vorbei. Diese kleine Kirche wurde 1696 erbaut und ist einen Besuch absolut wert. Leider durften im Inneren keine Bilder gemacht werden, daher könnt ihr gerne hier einmal reinschauen und euch so ein Bild von der Kirche machen. Besonders schön war der dunkelblaue Stoff, welcher an der Decke der kleinen Kirche angebracht war. Auf ihm konnte man wie mit Gold gestickte Sterne erkennen, die sich über den Himmel zogen.  
Um 18:00 Uhr sollten wir uns wieder bei der Fähre einfinden. Natürlich haben wir vorher noch gemütlich unser Fischbrötchen gegessen und sind den Deich runtergerollt. Was mach halt so macht, wenn man auf Spiekeroog ist. Das Video dazu könnt ihr euch auf Instagram anschauen.

Fischbrötchen

Ein wirklich spannender und lehrreicher Tag neigt sich langsam dem Ende. Während wir für die Überfahrt anstehen können wir den Sonnenuntergang beobachten. Die Handwagen liegen auf einem kleinen Grünstreifen in freudiger Erwartung auf die nächsten Besucher.

Handwagen im Gras

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